8 Mythen der Pathogen- Analyse

Was spricht gegen effiziente Pathogen-Analysen in Ihrem Unternehmen? Spot-On betrachtet einige Mythen rund um das Thema Pathogen-Nachweis.

Mythos 1

Pathogen-Untersuchungen von Umgebungsproben verbessern nicht die Lebensmittelsicherheit

Die meisten gültigen Verordnungen fordern die Überprüfung des Endprodukts, bevor die Freigabe zum Vertrieb an den Endverbraucher gegeben werden kann. Dabei gilt es einige Herausforderungen bei der Prüfung der Endprodukte zu meistern.
Variablen wie Begleitflora, Inhibitoren, pH und Salzkonzentrationen können den Erregernachweis sehr schwierig gestalten. Weitere Faktoren können zu starken Schwankungen der Ergebnisse führen, vor allem, wenn die Kontaminationen sehr niedrig sind. Wie können Lebensmittelhersteller garanieren, dass die Zahl der untersuchten Proben ausreichend ist, um nachzuweisen, dass die Lebensmittel frei von Pathogenen und sicher sind? Es zeigte sich, dass regelmäßige Umweltproben sehr nützliche Hilfsmittel in vielen HACCP-Programmen sind. Umgebungsproben ermöglichen einem Lebensmittelhersteller auch schwerzugängliche Stellen in Produktionsbereichen zu kontrollieren und sofort geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um jedes Risiko im Zusammenhang mit Lebensmittelverunreinigung zu vermeiden. Bereiche mit einem hohen Kontaminationsrisiko sollten dabei im Fokus stehen, da die Umgebungsproben in erster Linie dazu dienen, schnell mögliche Gefahrenquellen zu identifizieren. Ziel der Überwachung ist es generell, potenzielle Krankheitserreger zu beseitigen, bevor tatsächliche Kontaminationen stattfinden und den Lebensmittelproduzenten frühzeitig Sicherheitslücken aufzuzeigen.

 Mythos 2

In-house Pathogen-Nachweise erfordern erhebliche Investitionskosten

Das mag zutreffen wenn die sehr zeitintensiven Standard-Kulturverfahren (FDA BAM, ISO) verwendet werden sollen. Andere Methoden wie ELISA und Real-Time PCR erfordern eine teure Ausrüstung.
Bei Lateral-Flow Streifentests wird als Laborequipment neben einem Brutschrank für die Anreicherungsphase nur eine Waage zum Einwiegen benötigt. Ein Autoklav ist von Vorteil, vor allem für die Entsorgung und wenn Sie Ihre Medien selbst herstellen wollen. Weitere Geräte sind bei der Verwendung von Lateral-Flow Teststreifen nicht notwendig. Die Ergebnisse können direkt abgelesen werden und die Investitionskosten somit sehr übersichtlich.

Mythos 3

Pathogen Nachweise benötigen Fachkräfte

Schnellnachweise für Krankheitserreger wurden noch zu Zeiten entwickelt, als nur gut ausgebildete Mikrobiologen solche Tests zusammen mit unzähligen Röhren, Platten und einem scharfen Auge durchgeführt haben. Die Methoden erfordern oft immer noch eine Vielzahl von speziellen Fähigkeiten abhängig von der Methode. Trotzdem können bereits viele Test-Kits effektiv durch gut geschultes Personal durchgeführt werden und erfordern nicht mehr die bisherige Spezialisierung. Die Nachweismethoden sollten daher einfach und robust sein, mit kleinen Arbeitsschritten um die Fehlerquellen zu minimieren. Dazu gehört für die Labore auch der Nachweis, dass die Mitarbeiter in der vorherrschenden Testmethode ausgebildet wurden.

Mythos 4

Sicherheitsvorschriften verhindern die Durchführung eigener Tests bei kleinen Firmen

Lebensmittelpathogene der sogenannten Risikogruppe2, z.B. Salmonella, Listeria und E. coli O157, können unter Berücksichtigung der wenigen baulichen Anforderungen der Sicherheitsstufe S2 auch in kleinen Betriebslaboren untersucht werden.
Nach den Richtlinien zum Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen der EN 12128 (Europäische Norm), des US Zentrum für Seuchenkontrolle und – Vorbeugung sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sind S2 Labore mit dem Biohazard-Symbol zu kennzeichnen und müssen ein Sichtfenster in den Türen haben. Die Zugangsberechtigung ist auf das zuständige Laborpersonal einzuschränken. Alle Oberflächen im Raum müssen resistent gegen die eingesetzten Chemikalien und Desinfektionsmittel und leicht zu reinigen sein. Die sachgemäße Entsorgung des Probenmaterials muss gesichert sein. Diese Sicherheitsanforderungen können auch von kleinen Betrieben leicht umgesetzt werden.

Mythos 5

Probenmaterial kann nicht entsorgt werden

Doch, das können Sie. Hier drei Möglichkeiten für eine sachgemäße Entsorgung:
1) Verwenden Sie einen Autoklaven bei 121° C für mindestens 20 Minuten. Das Material kann nun als Restmüll entsorgt werden.
2) Verwenden Sie ein klinisches Mikrowellen-Desinfektionssystem. Das Material kann nun als Restmüll entsorgt werden.
3) Beauftragen Sie ein Entsorgungsunternehmen für diese Aufgabe. In Spezialcontainern wird das kontaminierte Material gesammelt und durch das Unternehmen entsorgt. Sie erhalten sogar einen schriftlichen Nachweis über die korrekte Entsorgung.

Myth 6

There is no need to further analyze samples after a positive test result

All commercially available rapid methods are screening tests and require cultural confirmation after a “presumptive positive” test result. Confirmation requires streaking the enriched test portion to selective agars in order to isolate a typical colony based on morphological and biochemical characteristics. This is especially true when testing end-products or foodstuffs. For environmental samples, cultural confirmation is seldom performed as added sanitation practices are often put in place. There are several options for selective agar plates, with the most common ones found in the USDA Microbiology Laboratory Guidebook (MLG), FDA Bacteriological Analytical Manual (BAM), or ISO reference guides (see Table 1). 

Source: USDA MLG, FDA BAM, ISO

Myth 7 

There is no reason to test for Listeria species when L. monocytogenes is the adulterant

Listeria monocytogenes (L’mono) may be the only regulated Listeria strain but it is not the only pathogenic one. Listeria ivanovii is another pathogenic strain that may occur in your facility. Another reason for testing Listeria spp. (all Listeria strains), especially in the processing environment, is to track growth niches. This is because L’mono can potentially grow where other Listeria strains thrive. It is a matter of probability whether L’mono is present or not.

If a lot of non-pathogenic Listeria strains (such as Listeria innocua) are present in a sample, they might “overgrow” L’ mono in the enrichment process and potentially cause a false negative result. It is not possible to grow only one Listeria species (i.e., L’mono) during selective enrichment.

 

Myth 8

All commercially available methods are the same

There are a plethora of rapid methods available on the market today and choosing between them can be daunting. How does a food producer determine which method is best for them? All commercially available rapid methods consist of two parts – an enrichment followed by a detection step. Different media are used during the enrichment phase, using either a conventional or proprietary broth.

The main difference lies in the detection step. Immunoassay methods detect proteins while PCR methods detect DNA. The following evaluation criteria should be considered: inclusivity, exclusivity, sensitivity, specificity, detection limit, reproducibility, repeatability, and certification (see Table 2).

Table 2. Typical Criteria for Qualifying Pathogen Detection Methods

Rapid methods differ significantly with regard to workflow, ease of use, and throughput. Several other features of a test method that should be considered include capital equipment expenditure, training, time to result, and cost. All of these attributes must be taken into consideration when implementing a rapid method. There is no single method that will fit all food producers (see Table 3).

Table 3. Pros and cons of different test methods